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Ausmisten – aber wirklich um jeden Preis?

Viele Beiträge gibt es aktuell um das Thema ausmisten und wie befreiend es ist.

Ich selber finde es auch sehr befreiend. Obwohl ich mir (ganz ehrlich) kein Leben mit nur 50 Sachen vorstellen kann. Außer man zählt die komplette Küche, den komplette Garten usw. als eine Sache.

Aber so ist es ja nicht gemeint. Es geht darum, mit wenig gut bis sehr gut auszukommen. Also ich jedenfalls brauche mehr als 50 Dinge, um glücklich zu sein. Ich liebe gutes Essen. Dadurch koche ich sehr gerne und benötige die vielen kleinen Helfer in der Küche dazu. Da wären die 50 Sachen schnell voll bei mir 🙂

Ausmisten-aber wirklich um jeden Preis?

Worauf ich hinaus möchte: Nicht jeder ist mit „nur“ 50 Sachen glücklich.

Ausmisten ist gut und schön, aber man sollte sich nicht unglücklich machen. Ich miste auch gerne mal aus und gehe auf Flohmärkte und freue mich, wenn ich mit 3 Kisten weniger heim komme und wieder Platz habe. Aber alles im gesunden Maße.

Ich lebe eher nach der Devise:

  1. Regelmäßig mal etwas ausmisten. Und dies in kleinere Einheiten aufteilen. Zum Beispiel: Diese Woche die eine Ecke im Keller und nächste Woche die andere. Dadurch ist der Aufwand überschaubar und die Motivation gleich größer. Ihr werdet vor allem sehen, wenn ich ein klein gestecktes Ziel erreicht habe, erhöht sich die Motivation.
  2. Ebenso ist es viel leichter, erst gar nicht so viele Dinge anzuschaffen. Dann muss ich auch nicht so viel ausmisten.
  3. Oder bei jeder Neuanschaffung, schaue ich vorher, was ich dafür raus werfen oder verschenken kann.

So ist es ein ständiges kleines Ausmissten und nicht ein großer Akt, der mich schnell mal eine Woche kostet, wo vor ich mich dann ewig drücke.

Was kann ich tun, wenn Ausmisten so gar nicht möglich ist?

Wer hingegen gerne ausmisten möchte, aber genau dies nicht kann, also nicht loslassen kann, sollte in sich gehen und sich fragen woran es liegt:

  • Warum fällt es mir schwer loszulassen?
  • Was für Gefühle kommen hoch bei der Vorstellung loszulassen?
  • Trauer? Schmerz? Sorge?
  • Kannst du dich erinnern, wann du das erste Mal dieses Gefühl hattest? Was war da?

Dies könnten alles Hinweise auf innere Konflikte sein.

Mit Hilfe von systemischen Aufstellungen kann hier Hilfe gefunden werden.

Wer oder was fällt  eigentlich so schwer loszulassen? Was wird so „gedeckelt“ wodurch das Loslassen einfacher Dinge schon so zur Überforderung führt und so viel innere Konflikte hervorholt?

Diese und weitere Fragen können mit Hilfe von systemischen Aufstellungen angeschaut werden und natürlich bestenfalls der Konflikt „gelöst“ werden.

Ausmissten sollte durchaus mit einer gewissen Leichtigkeit voran gehen und danach ein befreiendes Gefühl bringen.

Davon ausgenommen sind die Personen, die einfach nur den Tritt in den Po brauchen, um anzufangen. Dann wäre mein Vorschlag: Bitte einfach deine Freunde darum 😉